HOCHZEIT IN DÜSSELDORF URDENBACH 2017-06-02T23:28:02+00:00

Project Description

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POLNISCHE HOCHZEIT IN DÜSSELDORF URDENBACH

Ein Job, der niemals langweilig wird

Seit vielen Jahren begleite ich als Hochzeitsfotograf den großen Tag meiner Brautpaare. Vieles habe ich gesehen und erlebt. Aufwändige und originelle Hochzeiten auf Schlössern, Burgen oder auf dem Hausboot oder auch schlichte Hochzeiten, wie die in der eigens dafür komplett umgeräumten Wohnung. Ich war in Festzelten und auf der ‚grünen Wiese‘, in imposanten Kirchen und nüchternen Standesämtern. Ich war der Hochzeitsfotograf auf ausgedehnten Partys, zum Mittagessen im Feinschmeckerrestaurant im engsten Familienkreis und auf Motto-Hochzeiten. Meine Gastgeber sind quer durch alle Gesellschaftsschichten zu finden: von der Küchenhilfe in einer kleinen Pizzeria bis zum Unternehmer mit vielen tausend Mitarbeitern – die Gegensätze können teilweise nicht größer sein. Und ganz egal, wer oder was Braut und Bräutigam in der Gesellschaft darstellen; ich habe alle meine Brautpaare mit der selben Begeisterung fotografiert, weil sie am Tag ihrer Hochzeit gar nicht so viel voneinander unterscheidet. Auch, wenn auf den ersten Blick Unterschiede herrschen, am Ende sind es Menschen – idealerweise glückliche Menschen – deren Hochzeit ich fotografiere. Mag das Brautkleid teurer als meine Kameraausrüstung oder die Stretchlimousine länger als ein Sattelschlepper gewesen sein; Egal, ob Steaks vom Kobe Rind, zart wie Salatblätter oder Hochzeitssuiten mit Zimmerservice, die geräumiger als Eigentumswohnungen waren – das ist alles wurscht, denn am Tag ihrer Hochzeit teilen alle Brautpaare die selben Gefühle. Und wie die Gäste, ich entweder mitten drin oder dezent ’nur‘ dabei.

Dennoch bleiben mindestens genauso viele und mehr Möglichkeiten, eine Hochzeit zu feiern, die auf meiner Wunschliste als Hochzeitsfotograf stehen. So träume ich nach wie vor von einer Hochzeit in der italienischen ‚Provinz‘ ebenso, wie von der schlichten Feier im Wald oder rund um ein offenes Feuer. Aber ich bin mir sicher, früher oder später werden meine Wünsche erfüllt. So wie dieses Jahr, als Marianne und Mateusz mich baten, die Hochzeitsreportage ihrer Hochzeit in Düsseldorf Urdenbach zu fotografieren. Braut und Bräutigam sind polnischer Herkunft und damit waren natürlich auch viele polnische Gäste auf der Hochzeitsfeier.

Warum betone ich das?
Man sagt den polnischen Landsleuten nach, dass sie gut und gerne feiern können. Ein Bekannter hat mir mal erzählt, dass er auf einer Hochzeit in Polen eingeladen war und sie dort eine Woche lang gefeiert haben. Okay, so krass war die Hochzeit von Marianne und Mateusz nun doch nicht aber ich konnte mich von drei Dingen überzeugen:

  • Die Polen sind fröhliche und offene Menschen.
  • Die Polen sind sehr familienorientiert.
  • Offensichtlich feiern Polen gern (was sicher auch mit Punkt 1 zusammen hängt).

Vor einigen Jahre habe ich die Hochzeitsreportage einer deutsch-spanischen Hochzeitsgesellschaft erstellt. Mit der Erfahrung dieses Sommers würde ich sagen, die Polen stehen den Spaniern zumindest beim Feiern in Sachen Temperament in nichts nach. Eine polnische Hochzeit ist pures Leben.
Während das spontane, morgendliche Portraitshooting am Rhein direkt gegenüber dem Hotel in Düsseldorf Benrath noch extrem entspannt (soll ich sagen ‚entschleunigt‘?) ablief, wurde es dann in der Kirche sehr festlich und andächtig. Als angenehm erwies sich der kurze Fußweg von der Herz-Jesu Kirche in Düsseldorf Urdenbach quer über die Straße hinüber zur Location.

In der Location lief zunächst alles in den für mich gewohnten Bahnen. Das Brautpaar und ich zogen nach dem Sektempfang und einer ersten Mahlzeit erneut los in den Ort, um ein paar Fotos zu schießen. Es war noch früher Nachmittag, als wir zurück kehrten. Während die beiden direkt in den Festsaal gingen, schoss ich draußen noch ein paar Bilder von einigen Gästen um dann den beiden zu folgen. Ich stellte mich darauf ein, die eine oder andere Rede zu fotografieren, um dann eventuell dem später folgenden Eröffnungstanz entgegen zu sehen. Weit gefehlt. Die Geschwindigkeit, mit dem der Tagesverlauf von besinnlich über konzentriert auf ausgelassen wechselte, überrumpelte mich geradezu. Als ich den Saal betrat, war alles anders, als ich es erwartet hatte. Von wegen Eröffnungstanz! Totale Partystimmung! Alle tanzten fröhlich zur polnischen Volksmusik, mit der ein Duo der Gesellschaft ordentlich einheizte. ‚Aha! Eine polnische Hochzeit in vollem Gange. So sieht das aus‘, dachte ich. Ich hatte beinahe schon ein schlechtes Gewissen, weil ich möglicherweise in den wenigen Minuten draußen im Biergarten den Hochzeitstanz des Brautpaares verpasst haben könnte, aber die beiden lachten nur und winkten ab – und tanzten weiter mit den anderen um die Wette. Wozu ein Eröffnungstanz?
Ich sage nur: Polka, Polonese und Wodka. Der Tag flog vorbei und wir hatten jede Menge Spaß bei Musik und einigen Spielen. Als ich spät Abends gegen Mitternacht die Hochzeitsreportage abschloss und das Lokal in Düsseldorf verließ, unterhielt ich mich draußen vor der Tür kurz mit einem der Kellner. Er kannte sich offensichtlich bestens mit polnischen Hochzeiten aus und hatte sich bereits in sein Schicksal gefügt, denn er meinte nur, dass wohl noch viele Stunden Arbeit vor ihm liegen.

Liebe Marianne und lieber Mateusz, ich hoffe, dass Euch diese Mischung aus Ernsthaftigkeit, Zuverlässigkeit, Fröhlichkeit und Leichtigkeit, mit der ich Euch auf der Messe, im Vorgespräch und auf Eurer Hochzeit kennen gelernt habe, für immer erhalten bleibt.

Vielen Dank, dass ich Euer Hochzeitsfotograf sein und eine polnische Hochzeit erleben durfte!